FAQ

Für Patienten und Patientinnen

Gefässmedizin Bodensee – gut informiert sein hilft

Durchblutungsstörung

Durchblutungsstörungen bleiben oft lange Zeit unerkannt. Schon bei den ersten Beschwerden sollte jedoch ärztliche Hilfe gesucht werden. Die frühzeitige Behandlung kann eine vollständige Heilung ermöglichen.

Durchblutungsstörung – Diagnose

Arterielle Durchblutungsstörungen

Bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung wird der Arzt die Art der Beschwerden abfragen und sich nach Vorerkrankungen erkundigen. Besonders relevant sind hier Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems und Stoffwechselkrankheiten. Bei einer Durchblutungsstörung an den Extremitäten wird der Blutdruck auf beiden Körperhälften gemessen, um eventuelle Unterschiede zwischen der betroffenen und der gesunden Seite zu ermitteln. Bei Bedarf wird auch an Oberarm und Unterschenkel gemessen, um den Knöchel-Arm-Index (Dopplerindex) zu errechnen. Liegt der Knöchel-Arm-Index unterhalb von 0,9, liegt wahrscheinlich eine Durcgblutungsstörung im Bein vor.

Im nächsten Schritt nimmt der Arzt meist Blut ab, um die Werte für Gerinnungsfaktoren, Enzyme, Cholesterin und Blutzucker zu kontrollieren. Mittels Dopplersonografie (Ultraschall) beobachtet er Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses. Durch Oszillografie zeigt sich, ob die Druckunterschiede durch das Pumpen des Herzmuskels in den Adern noch ausreichend ausgeprägt sind. Mittels Angiografie lassen sich die erkrankten Blutgefäße im Röntgenbild darstellen. Eine Engstelle (Stenose) kann dadurch klar verortet werden. Wenn möglich, ist auch eine Belastungsmessung hilfreich. Hier zeigt sich die Schwere der Erkrankung an der Strecke, die der Patient in einem bestimmten Tempo noch ohne Schmerzen laufen kann.

Durchblutungsstörung bei älteren Menschen

Ältere Menschen haben ein stark erhöhtes Risiko an Durchblutungsstörungen zu erkranken. Viele Krankheitsbilder in Zusammenhang mit einer Mangeldurchblutung der Extremitäten, wie offene Beine und Schaufensterkrankheit (PAVK) oder koronare Herzkrankheit, gelten als typische Altersleiden. Andere Erkrankungen, die im höheren Lebensalter verstärkt auftreten, fördern Durchblutungsstörungen. Dazu zählen insbesondere Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose. Eine Erkrankung ist im fortgeschrittenen Alter aber noch lange kein unausweichliches Schicksal. Durch eine gesunde Ernährung mit regelmäßiger sportlicher Bewegung lässt sich der Krankheitsverlauf meist positiv beeinflussen.

Durchblutungsstörung in der Schwangerschaft

Bei Schwangeren kann es zu einer mangelhaften Durchblutung der Plazenta kommen. In schweren Fällen führt die Erkrankung zu einer unzureichenden Versorgung des ungeborenen Kindes. Deswegen achtet der behandelnde Arzt routinemäßig auf eine normale Funktion der Plazenta. Wie bei anderen Durchblutungsstörungen auch, gelten Diabetes und Bluthochdruck als Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen. Bei Schwangeren besteht zudem eine erhöhte Thrombosewahrscheinlichkeit. Das hängt mit dem veränderten Hormonhaushalt während der Schwangerschaft zusammen, der Blutgerinnung und Elastizität der Venen erheblich beeinflusst. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann die Thrombosegefahr verringern.

Bluthochdruck – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So werden „Sonstige periphere Gefäßkrankheiten“ unter dem ICD-Code „I73“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter. Arterieller Bluthochdruck wird mit I10 verschlüsselt.

Schwellungen

Schwellungen, zum Beispiel an den Beinen, bedeutet, dass die Balance zwischen Zufuhr und Abtransport von Flüssigkeiten nicht mehr stimmt. Die kann zum Beispiel bei einer akuten Thrombose (Verstopfung der Vene), bei einer Venenklappenschwäche (Krampfadern) oder bei einem gestörten Lymphabtransport sein. Die häufigsten bleibenden Lymphabtransport-Störungen in der westlichen Welt treten nach chirurgischen Operationen auf. Deswegen verwenden wir auch nur gewebsschonende Verfahren bei Eingriffen.

Durchblutungsstörung – Behandlung

Akute Durchblutungsstörungen zählen zu den medizinischen Notfällen. Eine umgehende Behandlung ist daher dringend notwendig. Verschiedene operative Verfahren sind möglich.

Ein vorhandener Blutpfropf kann unter örtlicher Betäubung entfernt werden (Embolektomie). Neben der chirurgischen Beseitigung des Gefäßverschlusses gibt es noch weiter Behandlungsmethoden. Eine medikamentöse Auflösung des Gerinnsels durch blutverdünnende Mittel kann die Gefäße befreien. Bei der Gefäßdilatation wird ein verengtes Blutgefäß mit einem Ballonkatheter mechanisch gedehnt und häufig mit einer Stütze (Stent) offengehalten.

Medikamentöse Behandlung

Neben durchblutungsfördernden Mitteln stehen auch Medikamente zur Verfügung, die die Beschwerden der Durchblutungsstörung lindern:

  • Schmerzmittel wie zum Beispiel Ibuprofen oder, bei stärkeren Schmerzen, Opiate lindern die Beschwerden der Durchblutungsstörung.
  • Prostaglandine und Plasmaexpander wirken durchblutungsfördernd.
  • Thrombozythen-Aggregationshemmer verhindern die Verklumpung von Blutplättchen und verdünnen das Blut.

Bewegungstherapie

Leichte sportliche Bewegung verbessert die Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers. Dazu zählen Spazierengehen, Schwimmen und Fahrradfahren. Körperliche Betätigung und gezielte Krankengymnastik regen den Organismus darüber hinaus zur Bildung von neuen Gefäßen an, die die Versorgung von schlecht durchbluteten Geweben teilweise übernehmen können.

Physiotherapie

Neben der oben erwähnten Krankengymnastik können auch Bäderkuren gegen mögliche Symptome einer Durchblutungsstörung helfen. Dazu zählen zum Beispiel Kohlesäurebäder und Warmwasserbehandlungen der Arme.

Was kann man selbst gegen Durchblutungsstörungen tun?

Sanfter Ausdauersport kann zur besseren Durchblutung der betroffenen Körperpartien beitragen. Empfohlen werden Radfahren, Schwimmen und Walking. Übergewicht sollte soweit wie möglich abgebaut werden. Auf das Rauchen sollte man völlig verzichten, denn Nikotin und Zigarettenkondensat fördern Durchblutungsstörungen. Auf gesunde und ausgewogene Ernährung ist stärker zu achten als im bisherigen Leben. Erhöhte Blutfette können einen negativen Einfluss auf die Krankheit haben. Bei Erkrankungen des Fett- und Kohlehydratstoffwechsels oder Bluthochdruck sollten die Therapieanweisungen des Arztes streng befolgt werden.

Venöse Durchblutungsstörungen – Thrombose

Auch die Blutgefäße, die zurück zum Herzen führen, können eine unzureichende Durchlässigkeit aufweisen oder vollständig verschlossen sein. Dann ist nicht nur der zuverlässige Abtransport von Stoffwechselprodukten aus den Zellen gefährdet. In den verengten Gefäßen kann sich darüber hinaus eine Thrombose bilden. Ein Blutpfropfen setzt sich fest und behindert oder unterbindet den Blutfluss (Embolie). Die Thrombose zeigt sich häufig an Beinen oder Armen. Die Gliedmaßen schwellen in der Folge an und reagieren sehr empfindlich auf Druck. In manchen Fällen wird die betroffene Stelle rot und heiß, mit ähnlichen Symptomen wie bei einer Entzündung. Auftretende Schmerzen werden durch Hochlagern der Extremitäten gelindert.

Bei einer Thrombose muss unbedingt ein Arzt informiert . Der Blutpfropf in der Vene kann sich lösen, im Körper wandern und in lebenswichtigen Organen, wie zum Beispiel in der Lunge festsetzen.

Neben der Arteriosklerose und der Embolie kann auch eine Gefäßentzündung Durchblutungsstörungen verursachen. Eine sogenannte Vaskulitis kann durch Gefäßverletzungen oder die schädliche Einwirkung von Medikamenten entstehen. Manche Patienten leiden an Gefäßentzündung als Folge einer Autoimmunkrankheit. Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Durchblutungsstörung.

Risikofaktoren für die Entstehung von Durchblutungsstörungen:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • unausgewogene Ernährung
  • zu hohe Cholesterinwerte
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen